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HÜTTENBERG (pan). Die Zukunft des Vereins war Thema auf der Jahreshauptversammlung der SG Rechtenbach. Trotz der prekären Situation der fehlenden Sporthalle in Rechtenbach konnten viele Angebote aufrecht erhalten werden. Thema der 69. Jahreshauptversammlung war auch das bevorstehende 70-jährige Jubiläum des Vereins. Nach dem Zerfall der Männermannschaft und der schweren Entscheidung, sie trotz Platz 9 und damit dem Klassenerhalt in der Bezirksoberliga abzumelden, geht es mit der neuen 1. Mannschaft, die sich aus der bis dato 2. Mannschaft zusammensetzt wieder bergauf. Mit Ausnahme von Timo Übelacker hatten alle unter Vertrag stehenden Spieler der Bezirksoberligamannschaft ihren Wechsel oder ihr Karriereende angekündigt. Der Spielbetrieb in der Bezirksoberliga konnte somit nicht ermöglicht werden. Die neu zusammengesetzte Mannschaft schlägt sich bislang solide.

Obwohl trotz der fehlenden Halle viele Angebote weiter ermöglicht werden, haben die nun bereits 4 Jahre in Folge den Verein getroffen. Der 1. Vorsitzende Erhard Pahlich konnte nun aber verkünden, dass die Einweihung voraussichtlich in der ersten Junihälfte stattfinden soll. Die Mitgliederzahlen sind jedoch auf 526 zurückgegangen, wovon 153 Kinder und Jugendlich sind. Dieses Verhältnis bereitet dem Verein eher Sorgen, da noch vor 10 Jahren 40 Prozent der Mitglieder unter 18 Jahre alt waren. Nun beträgt ihr Anteil nur noch rund ein Drittel. Ziel müsse es somit im Jahr des 70-jährigen Bestehens sein, verstärkt Eigenwerbung zu betreiben und den Verein zu stärken. So ist vom 26.08. bis 28.08.16 ein Sommerfest in Verbindung mit der Fertigstellung der Halle in Planung, bei dem sportliche Aktivitäten im Vordergrund stehen sollen. Denkbar ist es auch, dass andere Vereine dabei mitwirken. Eine dementsprechende Nachfrage gab es von Seiten des Vereins vergangene Woche auf der Sitzung der IG Ortsvereine. Die Freiwillige Feuerwehr Rechtenbach, der Gesangverein Harmonie, der Heimat- und Musikverein sowie der CVJM bekundeten ihr Interesse und zogen ihre Unterstützung in Erwägung.

Darüber hinaus soll es auch im Vereinsalltag Veränderungen geben. Noch im vergangenen Jahr ist ein Eltern-Kind-Turnen gescheitert, nun wird das Kinderturnen mit durchschnittlich 15 Teilnehmern rege besucht. „Wir dürfen nicht auf ein Entgegenkommen warten, wir müssen aktiv auf die Menschen zugehen.“, gab Pahlich zu verstehen. So verteilt der Verein beispielsweise Flyer in den örtlichen Kindergärten. Zudem wurde der Internetauftritt erneuert sowie Name und Inhalt des Vereinsmagazins „Sportschau“ überarbeitet. Darüber hinaus gibt es neue, attraktive Angebote im Kinderbereich. Mit dem Ausblick auf die im Juni bezugsfertige Sporthalle konnten seit Anfang des Jahres neue Mitglieder im Alter von 3-6 Jahren gewonnen werden. Einen Zustrom an erwachsenen Mitgliedern wurde durch Angebote wie Pilates, Funktionsgymnastik für Männer und Frauen sowie einen „offenen Lauftreff“ verzeichnet. Zudem soll wieder Skigymnastik angeboten werden. Im Raum stand während der Versammlung auch eine möglich Synergie mit dem TV Hüttenberg, das Thema war jedoch polarisierend. Einige sahen darin eine Chance für die SGR, während wiederum andere auf die Risiken einer Kooperation oder gar eines Zusammenschlusses aufmerksam machten. So würde der Vereinsname verloren gehen, jedoch bestünde auch eine Gefahr darin, dass beim TVH ausgebildete junge Handballer nicht mehr zu den Rechtenbachern zurückkehren würden. Andere sahen das Problem nicht, zu einer Entscheidung diesbezüglich kam es nicht.

Vordergründig ging es ebenfalls um die Jahresberichte der jeweiligen Abteilungsleiter. Die Handballabteilung hatte in Person von Stefan Kuhl trotz des Verfalls der ersten Mannschaft viel Positives zu berichten. Trainer der jetzigen 1. Mannschaft ist Christian Kunz, der zuvor bereits einige Jahre Übungsleiter der A- und B-Jugend war. Ein schwieriges Jahr war es, weil für drei Mannschaften nur 30 Spieler zur Verfügung standen, infolgedessen es zwangsläufig zu Engpässen kommt. Nun soll eine Platzierung unter den ersten drei in Angriff genommen werden. Viele der Handballer engagieren sich darüber hinaus noch weiter im Bereich Handball, beispielsweise als Schiedsrichter, Zeitnehmer, Vorstandsmitglieder und Trainer sowie Betreuer. Die Vereinsführung zeigte sich angesichts dieses großartigen Engagements zuversichtlich. Aus der Jugendabteilung äußerte sich Fabian Holewa ähnlich optimistisch. Bei den Minis sind nach wie vor 15-20 Kinder aktiv dabei, nicht zuletzt aufgrund der Unterstützung der Eltern und ihrer Integrierung in den Trainingsbetrieb. Die männliche Jugend ist von  der E- bis A-Jugend vollständig besetzt. Allerdings gibt es Schwierigkeiten, ab der B-Jugend mit der TUS Vollnkirchen eine Mannschaft zu stellen. Zudem ist noch erwähnenswert, dass die A-Jugend verstärkt in die 1. Mannschaft eingebunden wurde. Die weibliche Jugend ist ähnlich gut aufgestellt, hier ist alles von der E- bis zur B-Jugend vertreten. In der kommenden Spielzeit gibt es erstmals wieder eine WJA, in die der Verein große Hoffnungen in eine zukünftige Damenmannschaft legt. Aufgrund der genannten Engpässe in einigen Jugendmannschaften wird künftig eine Kooperation mit anderen Vereinen angestrebt. Jedoch verdeutlichte der Vorstand, dass die SG Rechtenbach im Vergleich zum Großteil der Vereine im Bezirk Gießen vergleichsweise gut aufgestellt sei. Darüber hinaus ist noch zu vermerken, dass sich zahlreiche aktive Jugendliche auch weiterbilden und absolvieren Lehrgänge für den Kinderhandballtrainerschein oder auch als Schiedsrichter.

Auch die anderen Abteilungen kamen zu Wort. Vom Bereich Leichtathletik berichtete Leander Philipp. Dieser hat zum zweiten Mal seit der Hallenschließung mit einer Abgangswelle von Mitgliedern zu kämpfen. Grund im Winterhalbjahr war, dass der Sportkreis Wetzlar nur noch eine anstelle von drei Hallenzeiten zur Verfügung stellen konnte. Die Eltern waren mit den Trainingszeiten für die 7- bis 12-jährigen nicht einverstanden. Die Situation ist auf die Sanierung von drei Hallen zurückzuführen. Die Wetzlarer Vereine erhalten bei der Vergabe von Zeiten verständlicherweise den Vorzug. Durch das Dilemma verlor der Bereich zwei Drittel seiner Mitglieder, womit wieder bei Null angefangen werden muss. Die Hoffnung liegt auch hier in der neuen Halle, die ab dem Sommerhalbjahr die Abteilung wieder attraktiver machen werde. Sportlich gesehen war 2015 trotz allem ein erfolgreiches Jahr. An neun Wettkämpfen haben 31 Kinder teilgenommen. Die wenigen Teilnehmer waren aber überaus erfolgreich wie seit zehn Jahren nicht mehr. So waren ein Vize-Kreismeister, ein Kreismeister sowie zwei Lahn-Dill-Meister zu verzeichnen. Die Gymnastikabteilung der Sportgemeinschaft hat dagegen an keinem Wettbewerb teilgenommen. Stellvertretend sprach der Abteilungsleiter Ulrich Weber. Die Angebote für Erwachsene sind erhalten geblieben, wohingegen das Kinderprogramm durch die Hallenschließung vollständig zum Erliegen bekommen ist. Momentan werden drei Gymnastikkurse, zwei Pilateskurse, Kinderturnen, Kleinfeldfußball, Fahrradfahren von Mai bis September sowie ein Lauftreff angeboten. Nach der Hallenöffnung wird das Angebot um  Skigymnastik erweitert..

Zuletzt war die Jahreshauptversammlung auch noch Anlass für Vorstandswahlen. Jürgen Bangel wurde als neuer 2. Vorsitzender gewählt. Er löst Manfred Razen ab, für dessen Arbeit er von der Vereinsführung herzlichsten Dank empfing. Die Abteilungsleiter sowie der Jugendwart wurden in ihren Ämtern bestätigt. Die Positionen des 1. und 2. Schriftführers konnten nicht besetzt werden. Jan Felix Kaluza wird die seit einem Jahr vakante Stelle des Männerwarts übernehmen.  

Im Anschluss an die Wahlen wurde die Versammlung Rahmen für zahlreiche Ehrungen. Für 20 Jahre Mitgliedschaft wurden Fabian Holewa, Jennifer Langsdorf und Jürgen Bangel geehrt. 30 Jahre halten Bernd Müller, Manfred Razen und Gerhard Schmidt dem Verein die Treue. Eine Mitgliedschaft von 40 Jahren können Stefan Holewa, Hans Peter Frosch. Bereits 50 Jahre gehören Gerhard Loh, Reiner Spieß und Sigfried Wehrum dem Verein an. Für 60-jährige Vereinstreue wurde Walter Schneider ein kleines Präsent überreicht. Dem Gründungsmitglied Günter Wahalla wurde für 70-jährige Vereinstreue zu Hause ein Geschenk überbracht. 

 

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